Mindestlohnrechner

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Mindestlohnrechner

Der Mindestlohn-Rechner berechnet Ihr Monatsgehalt anhand Ihres Stundenlohns und Ihrer Arbeitszeit. Umgekehrt können sie Ihren Stundenlohn anhand des Monatsgehalts errechnen. Dabei wird auch stets die Differenz zum Mindestlohn ausgegeben und in einem grafischen Chart anschaulich verdeutlicht.

Verstetigtes Monatsgehalt

Beim berechneten Brutto-Monatsgehalt bzw. bei der Angabe Ihres Brutto-Monatsgehalts handelt sich um ein verstetigtes Monatsgehalt. Dies ist ein jeden Monat gleich bleibendes Gehalt auf Basis einer fest angenommenen durchschnitlichen Stundenzahl. Weil nämlich die Anzahl der Arbeitstage und damit die geleisteten Arbeitsstunden von Monat zu Monat variieren, wird ein Durchschnitt für die monatliche Stundenzahl berechnet und für das verstetigte Monatsgehalt zugrunde gelegt. Die Rentenversicherung des Bundes akzeptiert als Basis zur Berechnung der mittleren monatlichen Stundenzahl die Formel

Wöchentliche Arbeitszeit × 13 /12

Bei einer 40-Stunden-Woche ergeben sich somit 173,33 Stunden/Monat.

Mindestlohn und verstetigtes Monatsgehalt

Seit dem 1. Januar 2015 steht grundsätzlich allen abhängig Beschäftigten ein Anspruch auf eine Vergütung von wenigstens 8,50 € brutto je Arbeitsstunde zu. Dies ist der sogenannte Mindestlohn. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Arbeit uns Soziales ist es zulässig, die Arbeitnehmer in gleichen Monatsraten zu vergüten, wenn dabei der Stundenlohn – auf das ganze Jahr gerechnet – dem Mindestlohn entspricht. Ein verstetigtes Monatsgehalt wird also akzeptiert. Bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von 40 Stunden wöchentlich ergibt sich ein verstetigtes monatliches Mindest-Gehalt in Höhe von 1.473,33 € (8,50 € × 173,33 Stunden/Monat).

Beispiel: Berechnung des Monatsgehalts

Bei einem Brutto-Stundenlohn von 10 Euro und einer 40stündigen Arbeitswoche ergibt sich ein Monatsgehalt von 1.733 Euro. Denn gemäß obiger Formel beinhaltet ein durchschnittlicher Monat 173,33 Arbeitsstunden (40 Stunden * 13/12 * 4 Wochen) und somit 10 Euro mal 173,33 Stunden = 1.733 Euro. Dieses Monatsgehalt liegt 260 Euro oberhalb des Mindestlohns (1.473 Euro bei 40 Wochenstunden), der seit dem 1. Januar 2015 gilt.

Beispiel: Berechnung des Stundenlohns

Umgekehrt erhält man nach Eingabe eines monatlichen Bruttoeinkommens in Höhe von beispielsweise 2.000 Euro einen Stundenlohn von 11,54 €. Auch dies wurde gemäß obiger Formel berechnet, nach der ein Monat durchschnittlich 173,33 Arbeitsstunden beinhaltet (2.000 Euro geteilt durch 173,33 Stunden = 11,54 €). Dieser Stundenlohn liegt 3,04 Euro oberhalb des Mindestlohns (8,50 €), der seit dem 1. Januar 2015 gilt.

Was ist ein Mindestlohn?

Unter dem Begriff Mindestlohn versteht man die Untergrenze eines rechtlich zulässigen Arbeitsentgeltes, das ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten für deren Arbeitsleistung bezahlen muss. Festlegen kann man einen Mindestlohn in einem Stundensatz oder aber in einem Monatslohn bei einer Vollzeittätigkeit. Neben dem allgemein gesetzlichen oder regionalen Mindestlohn gibt es auch branchenspezifische Formen, deren Höhe in Tarifverträgen geregelt ist.

Seit wann gilt die Mindestlohnregelung in Deutschland?

Die Bundesregierung beschloss die Einführung des allgemeinen Mindestlohns zum 01.01.2015. Seit diesem Tag müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten in Deutschland eine Vergütung von mindestens 8,50 EUR pro Stunde bezahlen. Dies gilt auch für Ausländer, die in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. Der Mindestlohn ist fest vorgeschrieben und kann auch nicht durch freiwilligen Verzicht eines Arbeitnehmers umgangen werden. Alle zwei Jahre prüft ein Gremium die Höhe des Mindestlohns und passt diesen gegebenenfalls neu an. Neben dem allgemeinen Mindestlohn bestehen in Deutschland teilweise spezielle Branchenmindestlöhne, die durch Tarifverträge festgelegt wurden. Liegen diese Mindestlöhne unter 8,50 EUR gilt eine Übergangsregelung. Liegt der Branchenmindestlohn hingegen höher, so geht er dem allgemeinen Mindestlohn vor.

Welche Gesetze regeln den Mindestlohn?

Die Gesetzesgrundlage für den Mindestlohn ist das Mindestlohngesetz (MiLoG). Dieses Gesetz ist Teil eines Tarifpaketes, dessen Ziel die Stärkung der Tarifautonomie vorsieht. Damit will man angemessene Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer sicherstellen (Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie, kurz Tarifautonomiestärkungsgesetz).

Warum wurde die Mindestlohnregelung in Deutschland eingeführt?

Mit der Umsetzung des Mindestlohngesetzes möchte die Regierung zukünftig verhindern, dass ein Arbeitnehmer trotz Vollzeitbeschäftigung nicht in der Lage ist, seine Lebenshaltungskosten zu decken. Zu diesen zählen Miete, Lebensmittel, Kleidung und Nebenkosten wie beispielsweise Versicherungen und Strom. Bei dem aktuell gültigen Mindestlohn und einer 38-Stunden-Woche erhält ein Beschäftigter nun ein Bruttogehalt von rund 1.400 EUR. Gleichzeitig stellt das Gesetz einen Schutz vor Lohndumping bei Arbeitskräften aus Niedriglohnländern dar, denn der bestehende Mindestlohn gilt in Deutschland sowohl für Arbeitskräfte aus dem Inland wie auch aus dem Ausland gleichermaßen.

Gibt es Nachteile durch diese Regelung?

Kritiker des Mindestlohngesetzes befürchten negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Zum einen durch Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland, wenn die Arbeitskräfte dort billiger sind oder durch einen dauerhaften Abbau vor allem im Niedriglohnsektor. Zudem stellt die Kontrolle des Mindestlohns ein gewisses Problem dar und bedarf mehr Bürokratie. Auch für Verbraucher kann sich der Mindestlohn auswirken, wenn Dienstleistungen wie beispielsweise der Friseur, die Taxifahrt oder der Restaurantbesuch nun teurer angeboten werden.

Wer hat Anspruch auf einen Mindestlohn?

Der Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahre, die einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Diese Regelung gilt ebenfalls für Rentner. Steigt ein Langzeitarbeitsloser wieder in den Arbeitsmarkt ein, kann der Arbeitgeber für eine Frist von sechs Monaten vom Mindestlohn abweichen. Im Anschluss an diesen Zeitraum gilt ebenfalls das Mindestlohngesetz. Diese Ausnahme soll Langzeitarbeitslosen den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.

Wer hat keinen Anspruch auf den Mindestlohn?

Der allgemeine Mindestlohn gilt nicht für Personen, die im Sinne des Gesetzes keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind. Dazu gehören:

  • Selbstständige
  • Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz
  • Personen, die einen freiwilligen Dienst ableisten
  • Personen, die ehrenamtlich tätig sind
  • Teilnehmer an Maßnahmen zur Arbeitsförderung
  • Heimarbeiter nach dem Heimarbeitsgesetz
  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Praktikanten bei einem Praktikum von maximal drei Monaten
  • Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung

Welche Übergangsfristen gibt es?

Aufgrund bestehender Tarifverträge hat der Gesetzgeber ab dem 01.01.2015 eine Übergangsfrist von zwei Jahren gewährt. Das bedeutet, erst ab dem 01.01.2017 gilt das Mindestlohngesetzt für alle Branchen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann ein Arbeitgeber innerhalb einiger Branchen auch einen Stundenlohn unter 8,50 EUR bezahlen, wenn dafür noch ein laufender Tarifvertrag besteht.

Was bedeutet der Begriff Lohndumping?

Lohndumping bezeichnet die Unterschreitung eines ortsüblichen oder branchenüblichen Lohngefüges, was bei Arbeitnehmern in Vollbeschäftigung dazu führen kann, dass diese ihre Existenz nicht mehr selbstständig sichern können. Um diesen Aspekt zukünftig zu vermeiden, hat der Gesetzgeber das Mindestlohngesetz erlassen. In der politischen Diskussion beschreibt das Wort Lohndumping auch die Fälle, in denen Arbeitnehmer zwar den ortsüblichen, jedoch nicht den ihrer Leistungsfähigkeit beziehungsweise ihrer Ausbildung entsprechenden Lohn erhalten.

Gelten auch im Ausland Mindestlöhne?

In den meisten europäischen Ländern bestehen ebenfalls gesetzlich festgelegte Mindestlöhne, wobei die Bandbreite des Stundensatzes Stand 2015 von 1,06 EUR in Bulgarien bis zu 11,12 EUR in Luxemburg reicht. In Österreich, der Schweiz und in den skandinavischen Ländern haben die jeweiligen Regierungen keinen Mindestlohn festgelegt. Grund dafür ist die hohe Tarifbindung der Länder, die beispielsweise in Schweden, Dänemark und Finnland über 90 Prozent beträgt. Auch in den USA gibt es einen nationalen Mindestlohn, bei dem die einzelnen Bundesstaaten und sogar einzelne Städte die Möglichkeit haben, nach oben hin abzuweichen.

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