Pflegelückenrechner

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Pflegelückenrechner

Die Pflegelücke bezeichnet die Differenz zwischen den Kosten für die notwendigen Pflegedienstleistungen eines Pflegebedürftigen und den Erstattungen durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Die Pflegeversicherung wurde nämlich von Anfang an nicht als Vollversicherung konzipiert sondern dient lediglich dazu, nur Teile der Kosten im Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit zu übernehmen. Der Pflegelückenrechner ermittelt einerseits die mittleren Kosten für die Pflegedienstleistungen abhängig vom jeweiligen Bundesland und vom Schweregrad der Pflegebedürftigkeit, charakterisiert durch die drei unterschiedlichen Pflegestufen. Andererseits informiert der Pflegelückenrechner über die Höhe der jeweiligen Kostenübernahme durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Zusammen mit den möglichen Eigenleistungen z.B. aus dem Bezug von Rente wird die gegebenenfalls entstehende Finanzierungslücke, also die Pflegelücke errechnet.

Berechnung anhand voraussichtlicher Versorgung

Bei der Auswahl “Häusliche Pflege” wird bei der Berechnung davon ausgegangen, dass ein ambulanter Pflegedienst täglich die für die jeweilige Pflegestufe erforderlichen Verrichtungen bei Ihnen zu Hause durchführt. “Tagespflege” bezeichnet die teilstationäre Pflege in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung. Bei der Berechnung der möglichen Pflegelücke wird von einer täglichen Inanspruchnahme der Einrichtung inkl. Verpflegung ausgegangen. Bei der Auswahl “Pflegeheim” wird von einer vollstationären Dauerpflege inkl. Unterkunft und Verpflegung sowie der sogenannten Investitionskosten ausgegangen.

Kosten abhängig vom Bundesland

Die durchschnittliche Vergütung der Pflegeheime, insbesondere für die vollstationäre Pflege, ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. So liegt z.B. laut Statistischem Bundesamt (Pflegestatistik 2013) die mittlere Vergütung für Pflegestufe III inkl. Unterkunft und Verpflegung in NRW über 1.000 € höher als in Sachsen-Anhalt.

Unterschiedliche Pflegestufen

Je nach Pflegestufe, also dem Schweregrad der Pflegebedürftigkeit unterscheidet sich der Aufwand zur Erbringung der Pflegedienstleistungen und damit deren Kosten. Die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einer der Pflegestufen I, II oder III erfolgt durch die zuständige Pflegekasse mit Hilfe des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.

Pflegebedürftige der Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens einmal täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. (Täglicher Hilfebedarf mindestens 90 Minuten; hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen)

Pflegebedürftige der Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege,der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. (Täglicher Hilfebedarf mindestens drei Stunden; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen)

Pflegebedürftige der Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige) sind Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. (Täglicher Hilfebedarf mindestens fünf Stunden; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen)

Mittlere Kosten für die Pflege in Deutschland

Die mittleren monatlichen Kosten für die vollstationäre Pflege im Pflegeheim sind abhängig von der Pflegestufe, also dem Grad der pflegebedürftigkeit. Die konkreten Kosten hängen von den Konditionen des örtlichen Pflegeanbieters ab und können von den im Rechner ermitelten Werten nach oben wie nach unten abweichen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind im Rechner an den enstprechenden Stellen berücksichtigt.

Die Beträge setzen sich zusammen aus dem vom Statistischen Bundesamt erhobenen Durchschittsbetrag (bei teilstaionärer Pflege) zuzüglich den von Infratest ermittelten mittleren Investitionskosten in Höhe von 395 € (bei vollstationärer Pflege im Pflegeheim). Diese Investitionskosten wurden vom Statistischen Bundesamt trotz ihres Umfangs nicht erhoben, obwohl sie regelmäßig anfallen. Es sind Aufwendungen, die der Betreiber eines Pflegeheimes “investieren” muss, um die notwendigen Instandsetzungen oder Neubauten für den Betrieb einer Pflegeeinrichtung zu finanzieren. Sie sind vergleichbar mit Investitionen, die ein Hauseigentümer für z.B. Renovierungen, Ausbau usw. aufwenden muss. Bei der teilstationären Tagespflege werden die Investitionskosten in der Regel auf Antrag der Tagespflegeeinrichtung im Rahmen der Investitionskostenförderung mit dem zuständigen Kostenträger abgerechnet und müssen daher normalerweise nicht vom Tagespflegegast übernommen werden.

Quellen:

  • Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2011, Ländervergleich – Pflegeheime, 01/2013
  • Infratest im Auftrag des Bundesministerium für Gesundheit: Abschlussbericht zur Studie “Wirkungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes”, Juni 2011
  • Stiftung Warentest 03/06 (Kosten für häusliche bzw. ambulante Pflegedienstleistungen)

Erstattung durch die gesetzliche Pflegeversicherung

Bis zur Höhe folgender Beträge erstattet die Pflegeversicherung seit 1. Januar 2015 die monatlichen Aufwendungen für die drei Pflegestufen. Die Hilfen werden demnach nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gewährt.

Pflegestufe I II III
Erstattung häusliche Pflege 468 1.144 1.612
Erstattung teilstationäre Pflege 468 1.144 1.612
Erstattung vollstationäre Pflege 1.064 1.330 1.612

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